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Episode 12: Weitere Tage auf dem Schiff ...

Episode 12: Weitere Tage auf dem Schiff ...

Die Tage vergingen wie im Fluge. Wir genossen unsere Freiheit und die kleinen organisatorischen Herausforderungen. Das Segeln hatten wir nun einigermaßen gut im Griff. Die Routen planen wurde für uns nun auch etwas einfacher. Auf See hatten wir immer noch genug zu bestaunen. Als wir in Kroatien unterwegs waren, machten wir Bekanntschaft mit verschiedensten Schiffen. Wir bestaunten große, schöne und teure Segel- und Motoryachten, sowie auch die kleinen Fischerboote. Zu sehen gab es genug. 

An einem schönen Segeltag in Kroatien durften wir sogar einen größeren Tanker etwas näher bestaunen. Als wir durch einige Inseln in Kroatien segelten, merkten wir, dass achterlich (von hinten) sich in der Ferne ein Tanker näherte. Natürlich diskutierten Lukas und ich, wer den eigentlich «Vorfahrt» hätte, da wir ja mit Segel unterwegs waren. Wir mussten, da der Wind genau von vorne kam, ständig wenden und eine Zickzack-Route fahren. Dieser Tanker kam ziemlich schnell auf uns zu und wir merkten gleich, dass er nicht einfach so bremsen oder ausweichen konnte. Aufgrund der Inseln war er eingeschränkt in seiner Manövrierfähigkeit und natürlich hat so ein Tanker einen etwas längeren Bremsweg. So segelten wir weiter, den Tanker immer im Blick und kreuzten mit etwas längeren Schlägen ständig seine Fahrbahn. Wir «rechneten» uns einigermaßen aus wann er uns überholen wird und ob wir so weiterfahren können. Hinzu kamen dann noch ein Duzend andere Segler, die ebenfalls den gleichen Weg eingeschlagen hatten. Da sollte man die Vorfahrtsregeln schon beherrschen. Für uns war es zudem sehr gut zum Lernen und manövrieren üben. Als dann schließlich dieses dicke große Ding an uns vorbeifuhr, war klar, dass wir ein ganz kleines Schiffchen hatten und es gab definitiv noch viel grössere als diesen Tanker.

Wir segelten weiter und fast am Ende unserer geplanten Etappe bekamen wir auch noch Besuch von einer Delfinschule. Es ist ein besonderes Spektakel, wenn man Delfine am Horizont erspäht. Wenn sie dann sogar noch zum Schiff schwimmen und sich anschauen lassen, ist es etwas ganz Besonderes. Sie allerdings zu filmen oder zu fotografieren stellt sich als schwierig heraus.

 

 

Nach der kleinen Aufregung waren wir auch fast schon angekommen, in der Ankerbucht wo wir übernachten wollten. Wir genossen die Sonne, das Schwimmen und machten es uns gemütlich. Die Hängematte ist natürlich ein hervorragendes Entspannungsmittel. Lukas hatte wieder einmal Tatendrang und ging mit der Harpune ins Wasser. Er war wie immer überzeugt nicht ohne einen Fisch zurückzukommen. So war es dann auch … er fing einen ca. 30 cm langen Drückerfisch. Wir schauten natürlich im Internet und unserem Fischbuch nach, ob er essbar war. Da er das war, gab es den Fisch natürlich gleich zum Abendessen. Von der Hand in den Mund sozusagen oder besser gesagt, vom Meer, in die Pfanne und dann in den Mund. 

Für manche mag es brutal klingen, den Fisch mit der Harpune zu töten. Aber es ist wahrscheinlich die schonendste Methode. Der Fisch stirbt schnell, muss nicht leiden und wir essen ihn. Er wird direkt verarbeitet, alle möglichen Teile werden verwertet und es gehört irgendwie zum Lebenszyklus. Wenn man seinen Fisch im Supermarkt kauft, sei es von einer Fischzucht oder mit einem Label, welches umweltfreundliche Fangmethoden anpreist, kann man sich dessen nicht zu 100% sicher sein. Angefangen beim Weg, welcher der Fisch bis zum Verkaufsort zurückgelegt hat oder die Kühlkette, die bis dahin möglichst ununterbrochen sein sollte. Wie auch immer wäre dies wohl eine Unendliche Diskussion. Wie auch immer, der Fisch war hervorragend und wir haben ihn gedankt, dass wir ihn essen durften. Ebenso ist es immer wieder eine Herausforderung das Tier selbst zu töten. Man denkt anders über die Mahlzeit nach, die man gerade isst, man ist sehr dankbar dafür.

 

 

Der Tag war wieder einmal ein sehr gelungener und unser Zufriedenheitslevel konnte nicht höher sein. Als uns dann auch noch eine Gottesanbeterin auf unserer Girasole besuchte, waren wir mal wieder erstaunt, was die Natur so alles zu bieten hatte.

 

 

Danke an die Schönheit der Natur!

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Kommentare: 1
  • #1

    Ruth und Tony Bucher-Lorenzi (Montag, 02 September 2019 15:44)

    Hallo, ihr lieben Seefahrer,
    Episode 12, der Start ist gelungen.... der Kurs abgesteckt. Es freut uns sehr, dass es euch gut geht.
    Wohin führt der Kurs in den nächsten Wochen ? Der Herbst naht, der sichere Hafen für die Wintermonate bereits im Fokus ?
    Wir wünschen euch beiden noch viele wunderbare Momente und moderate Winde auf dem Meer.
    Gespannt sind wir auf die neuen Erlebnisse.
    (letztes Wochenende führten wir den Europa Cup der O-Jollen auf dem Aegerisee durch. Arnold Ortler und Martin Stecher vom Segelverein Reschensee waren bei uns als Helfer und wir hatten eine tolle Zeit. Liebe Grüsse auch von den beiden.)

    Pfüet euch, Tony u. Ruth